MILLY VAN LIT

Als Milly van Lit am 3. Oktober 1977 ihre erste Ballettstunde in der Singener Münchriedsporthalle gab (die Färbe befand sich zu jener Zeit noch im Umbau vom landwirtschaftlichen Betrieb zum Theater mit angeschlossener Ballettschule und Restaurant), war sie 25 Jahre alt und hatte bereits eine vielseitige, internationale Karriere am Theater hinter sich.

Nach ihrer Ausbildung zur Tänzerin, Choreographin und diplomierten Tanzpädagogin, die sie seit ihrem zwölften Lebensjahr in ihrer Geburtsstadt Den Haag am Königlichen Konservatorium absolviert hatte, ging die junge Holländerin 1971 nach Deutschland ins Engagement, unter anderem als Solistin an das Stadttheater Trier und das Staatstheater Mainz. Dort wurde sie von Jan Arntz entdeckt, damals Solist des Holländischen Nationalballetts und bekannt als Choreograph bei zahlreichen Fernsehproduktionen. Sie wurde seine Assistentin, Bühnenpartnerin und Solistin am Revuepalast „La Cuppola d’Oro“ in Mailand. Nach verschiedenen Tourneen mit der Mailänder Revuetruppe durch Europa und Afrika ließ sie sich 1977 zusammen mit ihrem heutigen Ehemann Peter Simon in Singen nieder und gründete die Ballettschule „Die Färbe“, die sich bald zu einer bedeutenden Institution in der Region entwickelte.

Generationen von Schülern haben Milly van Lits Schule besucht; einige hat sie auf die weitere Ausbildung zum Berufstänzer an der Stuttgarter John-Cranko-Schule und der Münchner Heinz-Bosl-Stiftung vorbereitet. Ihr Showballett hat Geschichte gemacht, und ihre Choreographien mit Profi-Tänzern im Rahmen des Theaterspielplans fanden überregionale Beachtung. Die Schulaufführungen in der Färbe, der Kunsthalle, der Scheffelhalle und in der Basilika wurden Anziehungspunkt für ein großes Publikum. Sie entstanden in kreativer Zusammenarbeit mit dem Theater, zu dessen Renommee die Ballettschule einen entscheidenden Beitrag geleistet hat.

Mittelpunkt der Arbeit Milly van Lits jedoch war der tägliche Unterricht, das gemeinsame Training im Ballettsaal, das den Schülern mit den Sparten Klassisches Ballett, Modern Jazz, New Dance, Step-Tanz und rhythmisch-tänzerische Früherziehung für Kinder im Vorschulalter ein breites Spektrum bot. Sowohl künstlerisch als auch tanzpädagogisch hat Milly van Lit Maßstäbe gesetzt, denn auch – und gerade auch – im Amateurbereich erfüllte sie stets ihr persönliches Credo: Professionalität.

 

 

AUFFÜHRUNGEN BALLETTSCHULE „DIE FÄRBE“ SINGEN
CHOREOGRAPHIE MILLY VAN LIT

  • 1980 BALLETTABEND: Frédéric Chopin, J.S. Bach u.a. (Färbe)
  • 1982 DER KARNEVAL DER TIERE: Camille Saint-Saëns, Antonio Vivaldi, Art Blakey,Candido u.a. (Kunsthalle)
  • 1984 BALLETTABEND: Kinderlieder Arr.Hans Haider, Philippe Reverdy, Neun rumänische Tänze von Marcel Cellier u.a. (Färbe)
  • 1985 BALLETTABEND: Dave Brubeck, Lou Reed, Charles Mingus u.a. (Färbe)
  • 1986 BALLETTABEND: Charles Gounod, Aaron Copland, Al Jarreau, Bob James, Frank Sinatra, Working Week u.a. (Scheffelhalle)
  • 1987 BALLETTABEND: Ludwig van Beethoven, Duke Ellington, Nina Simone, Glenn Miller u.a. (Scheffelhalle)
  • 1990 BALLETTABEND: Georges Bizet, Jimmy Smith u.a. (Färbe)
  • 1991 MOMO Uraufführung: Karlheinz Stockhausen, Philip Glass, Gustav Holst, Hector Berlioz, Paul Hindemith, Krzysztof Penderecki, Boris Blacher, Leonard Bernstein, Rolf Liebermann u.a. (Scheffelhalle)
  • 1994 BALLETT – IGOR STRAWINSKY Petruschka: Concertino für 12 Instrumente, Sinfonie in drei Sätzen, Ebony Concerto, Tango, Ragtime für 11 Instrumente, Jeu de Cartes (Scheffelhalle)
  • 1997 BALLETTABEND: Richard Strauss, Oscar Peterson, Patricia Kaas, Faithless u.a. (Färbe)
  • 2000 PIPPI LANGSTRUMPF: Dimitri Schostakowitsch, Brent Lewis (Basilika)
  • 2002 DER ZAUBERER VON OZ: Richard Wagner, Ottorino Respighi, David Krakauer, George Gershwin, Charles Chaplin, Frank Zappa, Savatage u.a. (Basilika)
  • 2004 BALLETTABEND: Charlie Chaplin, Johannes Brahms, Dizzy Gillespie, Natalie Cole, Robbie Williams, Dean Martin, Stan Getz, Mongo Santamaria, Usher, Sarah Connor (Basilika)
  • 2006 BALLETTABEND MOZART: W.A. Mozart, Jacques Loussier Trio, Klazz Brothers & Cuba Percussion, Hervé/Franck/Stockhausen (Basilika)
  • 2008 MARY POPPINS: Leonard Bernstein, Aaron Copland, Scott Joplin (Basilika)
  • 2010 TANZ & LITERATUR: Robert Schumann, Antonin Dvorak, Joseph Haydn, Dimitri Schostakowitsch und Maurice Sendak, „Higgelti Piggelti Pop! Oder: Es muß im Leben mehr als alles geben“ (Basilika)
  • 2012 EINE REISE DURCH DIE NEUE WELT: Robert W. Smith, Erich Kunzel, Arthur Fiedler Boston Pops Orchestra, Mark Twain, Jack London (Basilika)
  • 2014 DER HERR DER RINGE: Ludovico Einaudi, Philip Glass, Edvard Grieg, Valentin Haussmann; Wojciech Kilar, Carl Orff, E.S.Posthumus, Michael Praetorius, Johann Hermann Schein, Howard Shore, Jean Sibelius, Igor Strawinsky, Two Steps from Hell (Basilika)
  • 2017 EIN SOMMERNACHTSTRAUM nach William Shakespeare: Leonard Bernstein, Benjamin Britten, Grace, Ferdinand Hérold, Aram Khachaturian, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Ennio Morricone, Wolfgang Amadeus Mozart, The Paragon Ragtime Orchestra & R. Benjamin, Sergej Prokofiew, The Ronettes, Russisches Wiegenlied, Screamin‘ Jay Hawkins, Dimitri Schostakowitsch, Igor Strawinsky (Basilika)

Anfang 2019 übernahm ihre ehemalige Schülerin Ines Kuhlicke, die sie selbst zur Tanzpädagogin ausgebildet hat, die Leitung der Ballettschule und ist seit Oktober 2020 auch deren Inhaberin.
Weitere Informationen: www.ballettschule-faerbe.de

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