Eintritt: 27,00
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soweit nicht anders angegeben gilt generell:
Eintritt regulär 27,- Euro, Eintritt ermäßigt 17,- Euro, Eintritt für Kinder unter 12 Jahren 10,- Euro, Ermäßigung für Schwerbehinderte ab 80%
o.a. Regeln gelten insbesondere nicht für die Sondervorstellungen wie zB Silvester
"Maß für Maß " am 19.03.2026, Beginn 20:30 Uhr
William Shakespeare – Maß für Maß
Eine Komödie
Regie, Bühne, Musik: Fridtjof Bundel
Mit: Carla Striewe, Femke Tiedemann, Oscar Blancke, Justus Hör
Was für ein skandalöser Fall von Machtmissbrauch! Shakespeare erweist sich in „Maß für Maß“ aus dem Jahre 1604 einmal mehr als ein Meisterdarsteller menschlicher Abgründe. Unter der tugendhaften Oberfläche brodelt das Laster und je strenger die Gesetze, desto ausgebuffter die Heuchelei: sein fiktives Wien ist eine moralisch heruntergekommene Metropole, in der sich zwielichtiges Gesindel breit gemacht hat und der Alltag von Prostitution und Kriminalität durchdrungen ist.
In einen Schmierentheater in Singen am Hohentwiel begeben sich vier Narren auf Spurensuche in Shakespeares Wien des frühen 17. Jahrhunderts und tauchen ein in ein Kaleidoskop krimineller Machenschaften um Staat und Recht und Macht und die Moral der geschlechtlichen Beziehungen, politisch-moralische Krisen und Zweikämpfe um die Herrschaft, Todesstrafen und Begnadigungen …
Und darum geht es:
Dem Herzog Vincentio sind die Gesetze in Wien zu oft übertreten worden. Um dem allgemeinen Sittenverfall Einhalt zu gebieten, den er durch seine eigene Milde in der Rechtsprechung mitverschuldet zu haben glaubt, setzt er Angelo als Statthalter ein, der die bis dahin allzu liberal angewandten Gesetze durchsetzen soll. Vincentio verlässt scheinbar die Stadt, tatsächlich aber verkleidet er sich als Mönch, um Angelo bei seiner Amtsführung zu beobachten. Der vermeintlich gewissenhafte Angelo erweist sich rasch als zu schwach, um den Verlockungen der Macht zu widerstehen. Dies wird deutlich, als er an Claudio, einem jungen Adeligen, ein Exempel statuieren will, weil dieser trotz eines Ehegelöbnisses noch vor der Trauung seine Verlobte Juliet geschwängert hat; Claudio soll vor neun Uhr des nächsten Morgens hingerichtet werden. Als dessen Schwester Isabella vom Unglück ihres Bruders durch einen Bekannten erfährt, macht sie sich zu Angelo auf, kniet vor ihm nieder und fleht ihn um Gnade für ihren Bruder an. Doch Angelo zeigt zunächst kein Mitgefühl. Er sagt ihr lediglich, sie solle wiederkommen. Sein anschließendes Selbstgespräch offenbart jedoch, dass er sich zu Isabella sexuell hingezogen fühlt und sie begehrt. Als Isabella wieder vor ihm erscheint, macht er ihr das Angebot, ihren Bruder nicht töten zu lassen, falls Isabella sich ihm eine Nacht lang hingebe. Isabella lehnt dieses Angebot empört ab und lässt dem Gesetz den Vorrang. Unterdessen verfolgt der als Mönch verkleidete Vincentio das Geschehen und eröffnet Isabella seinen Plan: Angelo war einst mit Mariana verlobt, ließ sie jedoch sitzen, da sie ihre Mitgift durch einen Schiffbruch verloren hatte. Isabella soll nun zum Schein auf Angelos Forderung eingehen, ihr Platz soll dann jedoch von Mariana eingenommen werden. Zum Schein vereinbart Isabella daraufhin eine Zusammenkunft mit Angelo und erhält von diesem zwei Schlüssel, um sich mit ihm nachts in seinem Garten zu treffen. Nach dem nächtlichen Platztausch mit Mariana erliegt Angelo der Täuschung und glaubt, dass Isabella sich ihm hingegeben habe. Trotzdem begnadigt er Claudio nicht und will ihn jetzt sogar schon um vier Uhr hinrichten lassen; um fünf Uhr soll ihm nach der Vollstreckung des Todesurteils Claudios Kopf geschickt werden. Doch Claudio wird auf Betreiben Vincentios nicht hingerichtet, und Angelo erhält den Kopf eines Zigeuners, der in der Nacht zuvor im Gefängnis gestorben ist. Als Vincentio wieder als Herzog seinen Platz einnimmt, klärt sich alles auf. Angelo gesteht in einem Gerichtsverfahren, in dem er selbst vom Herzog als Richter eingesetzt worden ist, sein Verbrechen und erbittet die Todesstrafe. Stattdessen aber begnadigt ihn der Herzog und verurteilt ihn dazu, Mariana zu heiraten. Claudio kommt aus dem Gefängnis frei und heiratet seine Verlobte Juliet. Am Schluss bietet der Herzog Isabella die Heirat an; diese lässt es jedoch offen, ob sie tatsächlich mit ihm die Ehe eingehen wird. Am Schluss bleibt alles fragwürdig – auch die Werte. So ist „Maß für Maß“ vielleicht ist das politischste der Stücke Shakespeares.
PRESSE-STIMMEN
„Wie viel es braucht, um die politische und moralische Ordnung in einem Staat wieder sichtbar zu machen und welche Opfer man dafür bereit ist, zu geben, kann ab sofort bis zum 28. März immer mittwochs bis samstags in der Färbe herausgefunden werden.“
WOCHENBLATT SINGEN, 14. Februar 2026
„Fridtjof Bundel ist in der Singener Färbe inszenatorisch bis hin zum Slapstick einiges eingefallen. Der Regisseur hat die Vorlage von etlichen Nebenhandlungen befreit, und so stehen sie nun gut erkennbar auf der funkelnden Bühne des Färbe-Theaters, die Menschen mit ihren moralischen Attitüden und dem brüchigen Willen, sie im Ernstfall auch durchzusetzen … Ohne viel explizite Aktualisierung schafft es die Inszenierung, dieses atemberaubende Sittengemälde aus dem Jahr 1604 für uns Heutige wieder erkennbar zu machen … Und wenn den Narren mal die Worte fehlen, fangen sie an zu singen, Songs von Eminem bis Frank Sinatra. Das macht nebenbei auch Spaß.“
SÜDKURIER, 10. Februar 2026
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